Der Geist der Weisheit…

In Asien könnte ich auch ein Mönch sein : „als Mitglied von einer dieser orientalischen Betrachtungsreligionen, die tagelang dasitzen und mit starrenden Augen in das Nichts schauen.“ Und so ein Mönch wollte sicher sein, dass er unsterblich werde, da sagte er zu seinem Meister : „Was muss ich tun, um unsterblich zu werden, oh Meister ?“ Der Meister durchschaute ihn und dann nach langem Nachdenken sagte er : „Steh auf und geh durch die Wüste ohne dich umzudrehen und dann komm zurück und wir reden über deine Unsterblichkeit !“
Nach Jahren kam er zurück, mit einem ganz verrunzelten Gesicht und einem gebeugten Rücken und sagte zum Meister : „Sicher bin ich immer noch nicht ob ich wirklich unsterblich sei, aber eines habe ich gelernt, und zwar, mich nicht mehr mit unnützen Fragen abzumagern und zu plagen !“

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Photo J.-P. Frey

In Afrika könnte ich natürlich ein afrikanischer Landwirt im tiefen Busch sein, und als Afrikaner, wenn ich mich nicht wohl fühle, so gehe ich zu meiner Götzenfigur mit ihrem Götzendiener und lege ihm meine Angelegenheit vor. Denn in Afrika gibt es eine Gottheit für jede Angelegenheit. Man braucht nur ein Huhn unter den Arm zu nehmen und den Götzendiener ausfindig zu machen. Und er wird das nötige tun mit dem Huhn, um es den Regeln gemäß abzuschlachten und das Blut über die Figur zu gießen, und, aber das geht nicht immer so, so wie mir einer von den Ältesten erzählte : „Siehst du ! Ich habe doch so schrecklich Schmerzen in meinem Bein. Ich wurde doch einmal von einer giftigen Schlange gebissen. Ich kam davon, dank dem schnellen Eingreifen der Schwester mit der Spritze. Aber seitdem schmerzt mein Bein, hauptsächlich in dieser Regenperiode. So pilgere ich schon eine schöne Weile zu meinem Götzendiener mit meinem weißen Huhn unter dem Arm. Gestern dann hat er sich aufgeregt und hat mir entgegen gemurrt ! „Hör mal auf mit deinen ewigen Besuchen bei meiner Figur. Das Huhn kannst du doch selber abschlachten und dann kannst du das Blut über dein Bein laufen lassen. Mehr tue ich auch nicht und dann kannst du noch das Huhn in die Pfanne legen, um es für dich selber zu braten. Ich habe satt an der Menge Hühnchen, die ich wöchentlich erhalte von meinen Stammesgenossen, wegen den Schmerzen an Kopf, Rücken und Bein !“ Das war ein Beispiel von afrikanischer Weisheit. Sagen wir mal, es handelt sich um ein brüderliche Stammesweisheit ! Jeder soll für seinen Nachbarn, den man Bruder nennt, dastehen !

Wenn wir jetzt in die hohen kanadischen Eislandschaften zu den Indianern hinaufziehen, haben die natürlich auch ihre angepasste Weisheit. Was denken die, wenn sie dem Eisbären oder dem bärtigen Robben gegenüberstehen, die ihnen als Beute und Nahrung für die kommende „Winterzeit“ dienen sollen ! Zu einem solchen Gegenüberstehen gehört viel List und ein großes Können und hauptsächlich eine stete Vorsicht mit viel Mut. Aber in solche Gelegenheiten von Jagd und Überleben wollen wir uns hier nicht einmischen !

Was Sie aber vielleicht nicht wissen ist Folgendes : unsere Brüder aus Asien oder Kanada oder Afrika, stehen alle unter der Obhut des EINEN, heiligen Geistes. Darum konnte man, an jenem Pfingstmorgen auf dem Marktplatz von Jerusalem, der Hauptstadt aller Nationen der Erde, alle Sprachen vernehmen, auch die, der asiatischen, afrikanischen oder indischen Stämmen
Der Geist ist für alle da, und er heißt Geist der Weisheit und der Brüderlichkeit, Geist des Könnens und der Ehrlichkeit, Geist des Friedens und der Zusammenkunft aller Völker. Er ist eben der Geist der siebenfachen Gaben Gottes an die ganze Menschheit !

Publié le 17 juin 2009 par Jean-Pierre Frey