Ostermorgen... Zurück von der Unterwelt.

ER IST wirklich zurückgekommen aus der Unterwelt, an jenem ersten Ostermorgen !… Niemand war gegenwärtig, außer einigen Soldaten im Dienst… aber die sind nur zusammengefallen wie Kegel im Kegelspiel… und waren außer Dienst (a. D) ! In der ganzen Umgebung des Grabes gab es nur eine verwirrte Frau, die einen Toten suchte… der schon eine geräumige Zeit auferstanden war. Und einen jungen Mann, der zum Grabe eilt. Mit einem viel langsameren Kumpanen, der ihn tiefatmend verfolgte… Maria Magdalena hieß die Frau, und die Männer, Johannes mit seinem Kumpel Petrus… Aber sie trafen sich nicht… Jeder ging seinen Weg zu seiner Stunde...

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Lever de soleil.
Photo Jean-Pierre Frey

Die ganze Besorgnis der Frau, galt einem Toten. Sie war uninteressiert für die Lebenden, seien es weiße Männer im Grabe, oder der Gärtner auf der Wiese. Ein Wort wird sie aufwecken, das sie so oft schon gehört hatte im Munde des Freundes, den sie aber nicht erkannt hat an diesem Ostermorgen, weil sie eben einen Toten suchte. Das Wort, das sie auferweckte, war ihr einfacher Name : „Maria !“ Nun hat sie verstanden, dass es der Heiland war… und dass der Heiland wirklich lebte, ihr RABOUNI, ihr „kleiner Meister“.

Das Syndrom dieser Frau, Magdalena, ist folgendes : noch keiner ist von den Toten auferstanden und zurückgekommen. Aber doch : der Sohn des Vaters und viele andere, die der Heiland aus der Unterwelt zurückholte, denn die Liebe Gottes weckt jeden auf, den Er nach seinem Ebenbild geschaffen hat.

Der eilige junge Mann schaute in das düstere Grab und sah, dass es leer war und das genügte ihm. Er glaubte an das leere Grab und an die Auferstehung, denn die Worte seines Meisters waren eingeprägt in seinem Geist und in seinem Gedächtnis : „Zerstört diesen Tempel, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen !“ Petrus, allem Anschein nach, hatte (noch) nichts verstanden. Er wurde aber trotzdem doch der erste Oberhirt der Kirche, der Tradition gemäß.

Aber wo kommen all die Gebräuche unserer Kirche, die mit Ostern zusammenhängen her ? Das Osterei ? Der Osterhase ? Vergessen wir nicht : es gab auch einmal, ein „Bevor“ der Kirche, und was war vorher ? Die ganze uralte heidnische Welt der Naturvölker lebte auch und mehr als wir, in ihren Gebräuchen im Rhythmus der Wechsel der Natur, so wie Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Und die christliche Religion hat alle diese Gebräuche in ihren Liturgie, Festen und Feiern eingeschlossen… so wie das ewige Grün des Tannenbaumes im Sternenhimmel, oder das erste Ei des Frühjahrs als Zeichen eines neuen Lebens, während Hase und Häsin im neuen hohen jungen Frühlingras sich umher tummelten um für eine neue Familie zu sorgen. Ja, Frühjahr heißt Auferstehung in aller und jeder Richtung…

Und der erste Tag der Woche ist eben der Tag des auferstandenen Herrn – dies dominica - und das gibt in Französisch : dimanche - aber auf Deutsch bleibt es immer noch der alte heidnische Tag der Sonne, Sonntag… eine alte und zähe Geschichte, all das ! Aber das alles gehört zum Geheimnis der Auferstehung und des Lebens, genau so, wie dem Geheimnis der Kirche und der Natur.

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Marchand en Côte d’Ivoire.
Photo Jean-Pierre Frey

Geschichte des Amadeus an jenem Ostermorgen.
Wir hatten so einen Gebrauch in unseren Missionen : auf jeden großen Feiertag, so wie Weihnachten oder Ostern, Stoff zu bestellen, mit einem Abbild de Kirche, oder eines Heiligen, oder der Muttergottes, oder noch des Auferstandenen… Das war ein äußerliches Zeichen des Festes… Und die Meisten unserer Christen kauften ein Stück des Stoffes und fertigten daraus Hemde für die Männer und Trachten für die Frauen an, zur Feier des Tages. Am Feiertage dann, standen sie da, in all ihrer Pracht, wirklich als Brüder und Schwestern derselben Familie, so zu sagen auf den selben Leisten geschlagen… Und so kam auch der Amadeus an jenem Ostermorgen angefahren, auf seinem piepsenden, rostigem Fahrrad, das schon seit langem kein Öl mehr gesehen hatte… Die Zeit des Anfangs der Messe war bald da, als er durch die versammelte Gemeinde hindurch fuhr… ohne das Hemd des Festes zu tragen. Et stellte sein Fahrrad an einen Baum und ging sogleich in die Kirche, ohne jemanden zu grüßen - nur ein scheues Winken mit der Hand begleitete ihn. Und die Prozession zum feierlichen Hochamt startete mit vollem, schwingendem Tanz, im Takte der Tam-Tam und Pauken… Xylophone und Balafone !!!… Nach der Feier rief ich den Amadeus : „Was ist denn mit dir los ?“ fragte ich ihn… Dann sagte er mir, ohne das kleinste Schamgefühl zu zeigen : Siehst du : ich hatte nur 2000 cfa Franken, und das Hemd kostete genau soviel, aber der Schlauch und der Mantel meines Fahrrades mussten auch schon seit langem erneuert werden. Denn jeden Sonntag, wenn ich zur Kirche fuhr, musste ich immer wieder pumpen und pumpen… Nun war ich all dessen satt… und so kaufte ich auf Ostern, statt ein neues Hemd, einen neuen Schlauch für mein Fahrrad und meine Bequemlichkeit !… Ich wünsche dir schöne Ostern !“ Und los fuhr er mit seinem rostigen, piepsenden Fahrrad mit neuem Mantel und Schlauch, zum österlichen Frühschoppen... Aus lokalem Maisbier.

Publié le 15 mars 2009 par Jean-Pierre Frey