Ostern, die Lösung unser aller Rätsel ?

Alles liegt in der Erkennung und Anerkennung
des Auferstandenen…
und das galt für
Die Männer aus Galiläa und die Töchter Jerusalems,
Genau so wie für uns heute.
Wenn man einen Vergleich ziehen möchte
zwischen diesen beiden Gruppen
so könnte man Folgendes sagen.

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Photo J.-P. Frey

Die Männer aus Galiläa.
Der Herr hat sie gerufen, hat sie hinter Sich gestellt als Jünger und wollte sie aussenden als Zeugen von all dem was Er getan und gelehrt hatte. Aber sie waren nie richtig startbereit. Unbeständig und launisch und sehr ehrgeizig waren sie…

Seit jenem Donnerstag Abend - dem Gründonnerstag wie man ihn nennt - und das hat nichts zu tun mit der Farbe. Aber da gibt es das Wort „greinen„ in der deutschen Sprache… und das heißt : die Miene verziehen, aus Schmerz oder Hohn oder Spott oder Lachen (grinsen)… Gründonnerstag ist also der Tag des „Greinen“, der Tag des Jammerns, des Heulens, über die Schmerzen, aber auch den Hohn und Spott – Gründonnerstag ist der trübe Tag an dem das Leiden des Herrn begann mit seiner Festnahme, und alles zusammenbrach !

Die Männer Galiläas verschwanden in der Nacht jenes Donnerstag Abends, abwesend am Prozess von Jesus und abwesend am Kreuzweg und unter dem Kreuze und auch am dritten Tage, dem versprochenen Tag der Auferstehung, waren sie abwesend – verschwunden !

Die frommen Frauen.
Ja ! Die frommen Frauen, die waren dabei und blieben treu dabei bis zum Ende und bis hinauf zum Ostermorgen.

Am Morgen des dritten Tages waren sie auf dem Weg, schon beim Morgenröten, zum verschlossenen Grab. Nach Matthäus, kam in der Morgendämmerung der Engel, leuchtend wie ein Blitz und rollte den Stein beiseite [1].

Ostern.
Morgenröten – Morgendämmerung - Sonnenaufgang im Osten – vom Osten kommt das Licht des Auferstandenen.

Aber wer wusste das schon ?… Da könnte man die Sachen so ansehen : das Wort „Ostern“ – Pessah - Durchgang im Hebräischen - kommt eigentlich vom Wort „Osten“ im Latein : LUX ex Oriente : vom Osten kommt das Licht des Auferstandenen – das Osterlicht !

Auf der einen Seite ist Karfreitag, mit dem Scheiden des Herrn und seinem tragischen Ruf am Kreuze, nach Auferstehung und Leben, ein Ruf an den Verheißenen, den Geist des Lebens und der Erneuerung… Das sagt uns der erste Brief von Petrus : „dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach wieder lebendig gemacht [2]“.

Die Lösung unserer aller Rätsel.
Und hier liegt die Lösung unserer aller Rätsel und Sorgen, in Glaube und Berufung. Als getaufte Jünger des Herrn müssen wir, im Leben, den Auferstandenen erkennen wo Er zu erkennen ist und ihn bekennen wo Er zu bekennen ist. Ostern ist Aufklärung und Durchgang zu etwas NEUEM, aber nicht nur Osterputz und Osterbeicht, und dann zurück zum Alltäglichen, zu Etwas wesentlichem und tieferem !

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Photo J.-P. Frey

Erinnern wir uns an den Text von Lukas : „voll Verwunderung, ging Petrus nach Hause [3]“ –- aber bekehrt war er doch nicht und noch nicht. Ostern heißt Erneuerung im Herrn, und nicht nur schnelles Durchziehen durch den Tunnel der heiligen drei Tage der Karwoche. Los auf den Ostermorgen zu ! Wie ein Blitz kam der Engel bei Morgendämmerung und der Stein war weg, der schwere Stein des „anders werden“ und „anders leben“ eines Getauften !

Ostern ist die Lösung unser aller Rätsel ? Sind wir nicht alle in der Pessah, dem Durch-und-Übergehen… in unserm täglichen Leben ?

Terre d’Afrique, mars 2010

[1] Mt. 28,1-3.

[2] 1 Petrus, 3, 18.

[3] Lk. 24,12b.

Publié le 25 mars 2010 par Jean-Pierre Frey