Weihnachten im Lichte des Weihnachtsterns

Das Drama in der Heiligen Nacht : kein Platz mehr für sie ! Laßt uns also nicht am Anderen, unserm Nächsten, vorübergehen !

Die Schrift sagt uns : „Es gab keinen Platz mehr für sie in der gemeinsamen Herberge“ und so gingen sie weiter in die Nacht hinein, bis sie das karge Licht der Siedlungen der Hirten erblickten und hier Unterkunft fanden.

Die Schrift sagt uns zu dem Gleichnis des Mannes, der unter die Räuber fiel : „Der Priester sah ihn und ging schlicht mit gesenktem Blick vorüber und so auch der Levit…“ Der Samariter aber, ein Ausländer und Andersgläubiger, sah ihn und pflegte seine Wunden… und die Hirten in jener Nacht hörten die Verkündigung der Engel und gingen hin das Kind der Fremdlinge anzubeten.

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Nativité. Enclos paroissial de Guimiliau (Finistère).
Photo Marc Heilig

Die Engel hatten es aber, beim offenen Himmel, schon über die Hirten hinaus, in alle Welt posaunt : „Friede den Menschen auf Erden, und Freude allen, die guten Willens sind“… und das klingt heute noch wahr und ernst.

Mit der Zeit, wurde die Geburt des Herrn zum Fest der Welt… In diesem Jahr, haben wir auch wieder alles getan um aus dieser Weihnacht ein fröhliches, freudiges Familienfest zu machen…

Aber die Frage kommt immer wieder auf, wird das Kind, das geboren war in dieser Nacht – und so viele andere mit ihm - nicht noch einmal “vergessen”, wenn nicht ausgestoßen in die kalte Nacht der Gleichgültigkeit und Belanglosigkeit so vieler, die immer wieder stöhnen : „Da ist nichts zu machen !“

Und welche Wahl haben wir getroffen ? Den Weihnachtsmann der blinkenden Konsumgesellschaft oder das hilflose Kind der Heiligen Familie im düsteren Stall ?...

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Adoration des Mages. Enclos paroissial de Guimiliau (Finistère).
Photo Marc Heilig

Laßt uns also hinreißen von allen Hirten und Jüngern des Herrn, die guten Willens sind ! Was vielen fehlt in dieser Heiligen Nacht ist die Stille der Herzen…

Es ist wahr, daß in dieser Weihnachtszeit immer viel gegeben wird aus Solidarität und Liebe zum Nächsten… Aber vielleicht sind wir doch am Fest der Heiligen Nacht, alle zu sehr „eingeschlossen“ im Familienkreis… Wer ladet schon einen Obdachlosen oder sonst einen Alleinstehenden ein zum Fest ? Viele denken eben nicht daran oder vergessen es.

In dieser Weihnachtszeit, laßt uns also nicht vorübergehen, laßt uns nicht ablenken, aus Oberflächlichkeit vom “Wesentlichen”, vom Kern der ganzen Sache :

Gott ist Mensch geworden damit wir auch als echte, freie Menschen leben können mit offenem Herzen und gutem Willen, wie die Hirten, die drei Könige, aber auch der eifrige und gute Samariter.

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La fuite en Egypte. Enclos paroissial de Guimiliau (Finistère).
Photo Marc Heilig
Publié le 17 février 2011 par Jean-Pierre Frey