Aloys Schrod – SMA Missionar aus Hessen (D) - (1875-1900)

Das Leben von Aloys Schrod, einem SMA aus Hessen, klingt wie eine echte Heiligenlegende, tief eingeprägt in das Leben der Mission in Afrika von damals im 19. Jahrhundert. Darum gehört er auch, der großen Schar aller Heiligen an, weil er sich – jung, großmütig und großzügig – und mit vollem Eifer seiner Berufung als Missionar ganz gewidmet hat und weil er starb, wie so viel andere, nach 18 Monaten Gegenwart, mit 25 Jahren, hingerafft vom Tropenfieber in Abeokuta [1], wo er begraben liegt.
Darüber wurde ein Buch geschrieben von Johann Feith… Hier lesen wir seinen Kommentar.

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Le cimetière d’Abeokouta, au Nigéria.
Photo Jean-Pierre Frey

Von Johann FEITH, Verfasser des Buches Unser Mann für Afrika
Ja, mit unserem Pater Aloys ist das so eine Sache, er wurde einfach vergessen und die Zeit war früher auch noch nicht reif für so ein Buch. Nur wenige verstanden die Leistung, die dieser Mann vollbracht hat in seinem kurzen Leben, erst jetzt nach der Veröffentlichung meines Buches sehen das die Leute, vielleicht liegt es auch am Geschriebenen von mir. Sicherlich hat er seinen Eltern, speziell seiner Mutter, aber auch seinen 2 Geschwistern viele Sorgen bereitet, weil er in die Ferne ging als Missionar. Auch seine Großeltern, Tante und Onkel, der damalige Pfarrer, haben ihn unterstützt. Vermutlich hat auch die Mutter gegen 1900 ihr großes Haus verkaufen müssen und kaufte sich ein dann ein kleineres.

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L’ouvrage sur la vie du Père Aloys Schrod.
Photo Jean-Pierre Frey

Die Familie Schrod war eine arme Bauersfamilie, wie alle damals im Ort und er schrieb oft nach Hause : „Schickt mir Geld, schickt mir Kleider, Schul- und Zeichenhefte, ja sogar Radiergummis“ ! Als er nach 4 Jahren Studien nach Hause fahren wollte, sagte sein Superior zu ihm : „Warum willst du doppeltes Geld ausgeben und die Reise nach Hause machen und dann wieder zurückkommen ?“ ! So blieb er bis zur Abreise nach Lyon, im September 1894, in Wilton.

Sein Vater starb am 28. Juni 1894 in Ober-Roden, auch da fuhr er nicht heim zur Beerdigung. Dann nach 8 Jahren Abwesenheit, kam er nach Hause um seine Primiz zu feiern. Zwei Monate blieb er bei der Familie und am 19. September 1898 fuhr er mit dem Schnellzug nach Lyon. Lyon verließ er am 24. September1898 um dann mit dem Schiff in die Mission nach „Benin“ (heute Nigeria) zu fahren, als Missionar in Oyo und dann Abeokuta, wo er am 24/25 September 1900 mit 25 Jahren verstarb, nach 18 Monaten Gegenwart.

Wir Sind froh und dankbar, dass er jetzt seine Anerkennung gefunden hat und Ober-Roden kann stolz auf ihn sein. Man muss seinen ganzen Lebensweg sehen. Man stelle sich vor, vor Rund 130 Jahren geht ein 16-jähriger Ober-Röder Bub, alleine auf den Weg nach Irland, um seine gymnasiale Reife in Wilton Cork zu erlangen und um später in Lyon zu studieren und dann Missionar in Afrika zu werden.

Von Elmar JUNG, Pfarrer von der Nazarius Kirche in Ober-Roden
Grußwort zur Gedenkfeier von der 115. Jährigen Primiz Feier von Pater Aloys Schrod.

Am 24. Juli 2013 jährt sich zum 115. Mal das Weihejubiläum zum Priester, von Pater Aloys Schrod, einem echten Ober-Röder Bub. Wenige Tage danach, am 31. Juli 1898, konnte der Neupriester in unserer St. Nazarius-Kirche seine Heimatprimiz feiern.

Keiner von uns war schon auf dieser Welt, als der 16-jährige Aloys Schrod aus Ober-Roden, aus einfachen Verhältnissen kommend, eine unglaubliche Lebensentscheidung traf : er wollte Missionar werden. Still und unauffällig geschah dies damals. Still und unauffällig finden wir auch eine Gedenktafel für ihn beim Missionskreuz in unserer Nazarius-Kirche. So still und unauffällig, wie er seine Primiz hier feiern wollte, so hat auch keiner von uns in der heutigen Zeit an die 100-jährige Wiederkehr seiner Priesterweihe und Primizfeier im Jahr 1998 gedacht. Doch genauso ist Aloys Schrod gewesen : still, unauffällig, aber zugleich tief gläubig, vertrauensvoll und Gott ergeben.

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La tombe du Père Aloys Schrod à Abeokouta (Nigéria).
Photo Jean-Pierre Frey

Hut ab vor seiner Lebensleistung : als 25-Jähriger starb er bereits zwei Jahre nach seiner Priesterweihe in der Mission in Afrika. Er war weit mehr als ein Abenteurer. Er ließ sich rufen und in Dienst nehmen für Gottes Mission. In seinem kurzen Leben hat er alles gegeben, was er konnte. Die unglaubliche Lebensgeschichte von Pater Aloys Schrod hat Johann Feith aus unserer Gemeinde anhand von vielen authentischen Briefen des Missionars in einem reich bebilderten, spannenden und von Herzen bewegenden Buch zusammengestellt.

[1] Abeokuta, eine Stadt im Sud-Osten von Nigeria, liegt auf dem Fluss Ogun und ist die Hauptstadt des Staates Ogun geworden. Sie liegt in einer hügeligen Gegend mit viel Felsen. Darum wurde sie 1825 gegründet als Zuflucht gegen die aus Dahomey und Ibadan (Süd Nigeria ) kommenden Sklavenhändler.

Publié le 2 décembre 2013 par Jean-Pierre Frey