„Das Grab ist leer…“

So sang man vor Zeiten. Aber wenn man das Evangelium von etwas näher anschaut, so sieht man, daß das leere, düstere Grab nicht von selbst den Glauben an die Auferstehung auferweckt hat, an diesem Ostermorgen… Petrus schaute in das Grab, sah alles was Johannes auch sah : das Grabtuch, die Leinebinden, alles schön an seinem Platz. Der eine glaubte und der andere blieb kalt.

Schauen, sehen und glauben ist nicht dasselbe : die Frau Maria aus Magdala sah sogar den Herrn, ihren geliebten Rabbuni. Dem sie so öfters zugehört hatte, vor ihr stehen und erkannte Ihn nicht. Nur seine Stimme erweckte sie zur Wirklichkeit : Christus ist erstanden !

Die Zeichen sehen, sie lesen und erkennen können, das bleibt auch heute noch Wirklichkeit für unsern Glauben. Christus als Auferstandener ist da wo man Ihn erkennen will, nicht zuerst als politisches Problem oder als Problem der Wirtschaft und des Kapitals. Nein : als Problem der Menschlichkeit. Das „Wort Gottes“ ist auch heute wieder Mensch geworden, vom Tode erwacht, um uns Menschen über Angst, Furcht und Panik hinweg in sein Reich zu führen, und das im täglichen Leben. Aber im Glauben sind wir öfters genau so schwachsinnig wie es die Apostel waren !

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Le monastère St Paul (Egypte)
Photo Louis Kuntz

Wir erkennen in Jesus den Heiland und Tröster, den sanftmütigen Hirten und eventuell den aufgeklärten Meister, aber nicht den Sieger über Leben und Tod, Der uns gerufen und berufen hat und uns führt und leitet.

Da heißt es, nicht nur das Brot brechen und teilen so wie wir es tun Sonntag auf Sonntag, aber auch durch das geteilte Brot, wie die Jünger von Emmaus, hinausgehen und hinausziehen als mutige Kämpfer der Gerechtigkeit !

Aber was können wir schon tun ? Gar nichts ! Jawohl ! gar nichts, ohne denselben Geist. Der Jesus von den Toten auferweckt hat am Ostermorgen, und Der die Jünger geschüttelt hat am Pfingstmorgen, damit sie daran glauben.

Ja, man kann etwas tun und unternehmen im österlichen Geiste der Auferstehung, wenn man daran glaubt !

Das Grab ist leer ! Ja, aber der Held ist erwacht !

Publié le 29 mars 2011 par Jean-Pierre Frey