Die Krippe und die Herberge

Weihnachten. Die Nacht aller Fragen und Zweifel mit schwerem Bedenken.

Warum war da kein Platz mehr für den Sohn Gottes ? Warum war da alles ausgebucht in der Herberge der Stadt Bethlehem ? Diese Geschichte der Krippe und der Herberge ist an unsere Zeit total angepasst und diese Geschichte ist auch die Geschichte von Gottes Wort, das Fleisch geworden war im Leibe Marias und geboren wurde in einer Höhle, die als Obdach diente für die Hirten und die Schafe – Mensch und Vieh zusammen.

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Carte de Noël indienne. Coll SMA Strasbourg

Niemand wird jemals sagen können : „das habe ich nicht gewusst“… das „Wort Gottes“ kam zur Welt als Erlöser aber arm unter den Armen… Und die Krippe, wo das Futter der Tiere ausgelegt wurde, ist das Zeichen in der Welt von der Nähe des Erlösers im Leben eines jeden Menschen : als Sohn des Schöpfers liegt er in einer Krippe, weil die Krippe dasteht als Zeichen der Armut und Barmherzigkeit der einfachen Hirten, die für uns alle ein Vorbild werden sollten, damit wir den Obdachlosen und Bedürftigen unserer heutigen Welt auch eine Aufnahme besorgen.

Der Heiland hatte einmal gesagt in seinem Evangelium : der Menschensohn hat nicht einmal einen Stein, um sein Haupt zur Ruhe darauf zu legen. Und die schwangere Mutter in jener Nacht – die man die „heilige“ Nacht nennt – fand kein Dach, um ihrem Sohn und Gottes Sohn einen gediegenen Platz in unserer Welt anzubieten… Nur dank der Hirtenschar konnte das Wort Gottes in voller Demut Mensch werden in einem Stall… Aber die Frage kommt immer wieder auf : „und wo blieb die Vorsehung Gottes ?“. Man kann sich schon diese Frage stellen, aber es gibt nur eine Antwort : wir heutige Christen sind auserwählt worden durch unsere Taufe als Zeichen oder besser als leuchtende Sterne ! der Vorsehung Gottes für unsere Mitmenschen.

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Carte de Noël indienne. Coll SMA Strasbourg

Die Krippe ist ein ganz schlichtes Obdach für Esel und Ochs, die ganz entzückt und erstaunt waren, als sie plötzlich ein Kinde entdeckten inmitten von Heu und Stroh, inmitten ihrer täglichen Nahrung und so waren sie die ersten, die Den Sohn des Allmächtigen entdeckten und ihn anbeteten, auf ihre Art… Natürlich ist eine Krippe keine Herberge und kein Hotel für die Geburt von Gottes Sohn, und wo blieb da die Allmacht des Schöpfers von Himmel und Erde… der seinen Sohn sozusagen in Nacht und Nebel, in der Höhle eines Hügels in der Nähe Bethlehems, der königlichen Stadt Davids gebären ließ… Kann man das Vorsehung nennen ? Die Antwort kommt von Oben in der finsteren Nacht. Denn plötzlich wurde der Himmel aufgerissen wie im Blitz und die tanzenden Engel im Posaunenschall erschienen im Tempo. Dann erst wurde alles „geheiligt“ um den Sohn Gotten herum… Nacht und Nebel wurden ausgelöscht und ausgerottet in vollem Lichte des Himmels in dieser fröhlichen Nacht.

Für uns Christen von heute steht die Krippe da, offen und allen Winden ausgesetzt – das heißt aber, dass sie auch offen und immer wieder offen ist für jeden Besucher, der sich diesem Kinde als Gottes Sohn nahe fühlt, um mit ihm eine schöne und fröhliche Weihnachten auch dieses Jahr wieder zu feiern.

Publié le 24 janvier 2017 par Jean-Pierre Frey