Ein Blick auf die Senioren im Geiste

Stundenlang saßen sie auf der Bank im Hof, oder auf der öffentlichen Ruhebank in der Gemeinde, oder am Eingang des Waldes, auf ihren Begleitstab gestützt, saßen sie da und warteten auf einen eventuellen Kumpanen oder einer Komplizin. Damals gab es noch die dritte Welt und das dritte Alter. Aber das waren die Zeiten der Legenden und Märchen, mit einem Wort, der Vergangenheit und man fragt sich ob es das heute noch gibt ?

Nein ! Das glaube ich nicht, denn heute heißen die Leute vom dritten Alter „Senioren“, und die wollen „fit“ bleiben und besuchen Sauna und Caracalla, und haben einen Hometrainer und besuchen Massagekabinett und Sportshallen und Fitness-Zenter, schwimmen wie Haifische und spielen auch noch Tennis und sogar Golf, wenn sie „getucht“ sind und „Kohle haben“ !

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Photo Jean-Pierre Frey

Für die Bescheidenen aber unter ihnen bleibt das alte „Volkslied“ immer noch aktuell : „Das Wandern ist des Müller’s Lust“, ob er jetzt Müller heißt oder Schmitt, ist der Wandersmann mit Rucksack und Kanister ausgestattet, ist immer noch König der Landschaft, und natürlich vom Naturschutz ! Es pilgern aber auch noch so manche zu Fuß nach Marienthal u.a.m. zur Feier von Mariä Himmelfahrt.

Ja wo wollen wir denn eigentlich hin mit diesem ganzen Geschwätz ? Das ist einfach : Statt sich vom Alter mit seinen Beschwerden überrumpeln zu lassen, haben sich die Pensionäre entschlossen anzukämpfen gegen Rheuma und Ischias, um jung zu bleiben, wenigstens im Geiste. Ja der Geist ist das Wichtigste oder „der“ Wichtigste. Und wenn es der Geist Gottes ist, ist es desto besser. Das Fleisch kann noch so schwach sein, wenn der Geist tapfer bleibt und etwas in den Gamaschen hat, bleibt der Mensch selig, geistlich und körperlich „fit“, wie man jetzt sagt !

Wir Christen dürfen nie vergessen, dass der Geist Gottes des Vaters der Geist, der Schöpfung den ersten Adam, aus Lehm und Erde geschaffen, dem ersten Menschen den Hauch des Lebens einfloss… Und da stand er auf beiden Füßen, der „Urmensch“ mit Leib und Seele, bereit für die Wanderschaft des Lebens. Und der Geist Gottes des Vaters hat dasselbe getan am Ostermorgen mit Jesus von Nazareth, dem Sohn Gottes, der noch vor drei Tagen tot am Kreuze hing und drei Tage in der Felsenhöhle lag.

Ja, was Fitness anbelangt ist Er auf „top“ und „Spitze“, der Geist des Herrn ! Sein Hauch und sein Atem sind grenzenlos : „Spiritus Domini replevit orbem terrarum“ [1] sang man früher und was früher war ist öfters noch aktuell, auch heute noch. Der Geist Gottes vergeht nie !

JP FREY - Niederbronn mai 2011

[1] Der Geist des Herrn erfüllt alle Welt und Welten.

Publié le 28 juin 2011 par Jean-Pierre Frey