Ein « geistreiches » Pfingstfest…

Er war da, vom Anfang der Stunden. Als noch alles im Nichts war, schwebte Er über die leere Öde. Dann kam das erste Wort Gottes – dasselbe Wort das später Fleisch wurde durch Maria der Jungfrau – als Gott, in seinem Wort sagte : „Es sei Licht !“ wurde es Licht, eben durch die Macht und die Kraft des schwebenden Heiligen Geistes.

Jahrhunderte später, als die Menschheit in tiefer Sünde lebte, getrennt von dem ewigen Gott, wollte der göttliche Vater in seiner Güte eine Brücke bauen bis hinunter zum Menschen, um seinen Sohn als Erlöser und Hirten „hinüber“ zu senden. Und dann auch, richtete Er sich an den Heiligen Geist damit sein Sohn geboren werde im Schoße von Maria der Jungfrau und der Magd des Herrn. Als Sohn des Allerhöchsten sollte er Fleisch werden, um als Mensch und Diener den Menschen zurückzuführen zu dem liebenden Gott und Vater.

Aber so leicht war das auch wieder nicht. Am Ende, wurde Er doch verstoßen und ans Kreuz genagelt. Aber für die Menschheit gab Er und opferte Er sein Leben freiwillig durch das Kreuz.

Und wer weckte Ihn auf, am dritten Tage, in aller Einfachheit und Geborgenheit, wenn nicht der Heilige Geist ?… Der Geist ist immer da. Er war am Anfang da, als die Welt erschaffen wurde, und am Anfang der Erlösung, als der Sohn Gottes Fleisch wurde im Schoße Mariä. So war Er auch da, um Jesus als Sieger über Tod aus dem Grab steigen zu lassen – und dann – am Ende dieser Geschichte so zu sagen - in vollem Glanz und mit großer Herrlichkeit sandt Er seine Zungen aus Feuer und Liebe auf die Jünger, als Gründer der Kirche des Herrn über die Jahrhunderte hinaus.

Und immer noch schwebt Er über der Menschheit und den Kirche(n), und über jedem von uns.

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La Pentecôte sur une plaque d’autel de la chapelle de St-Pierre.
Photo SMA Strasbourg

Denn jedes Mal, wenn jemand getauft wird im Namen des dreieinigen Gottes, steigt Er herab in aller Einfachheit. So wie Er es getan hat, am Jordan als Jesus von Nazareth in das Wasser stieg zur Taufe. Er auch steigt herab, damit die feurige Zunge der Liebe und der Wahrheit Sitz nimmt in dem Neugetauften, um ihn zu erhellen, zu stärken und zu leiten als neugeborenen Sohn oder Tochter Gottes und Mitglied des Volkes Gottes, das ein priesterliches, ein prophetisches und ein königliches Volk ist und bleibt in alle Ewigkeit. So war es doch an jenem Pfingstmorgen und so geht es weiter !

Als Geist wird er so weiter schweben, um uns die richtigen Worte des Evangeliums einzuflößen und verstehen zu geben, damit wir als treue Diener dem Wort gemäß leben, um Zeugnis abzulegen von unserer Berufung als Christen und Gerechte, deren Obhut die Erde anvertraut wurde.

So viele hämmern mit beiden Fäusten gegen den Himmel und rufen alle Heiligen an : „Hilfe ! Hilfe ! Hilfe ! Erhöret uns !“ Aber nur eines ist notwendig : und zwar mit Vertrauen den Heiligen Geist anzurufen… Er geht viel weiter und viel tiefer als unsere lokalen Heiligen in all unsern Angelegenheiten. Ist Er doch der Geist der sieben Gaben - und „sieben“, in der Sprache der Schrift, heißt Vollkommenheit. Alles in einem einbegriffen, ist Er der vollkommene Spender von Gottes Gnaden zu jeder Zeit und für jeden Menschen !

Aber der Geist ist nicht nur der letzte Anhänger der Dreifaltigkeit. Er ist nicht der Dritte : solche Stellen gibt es nicht in Gottes Natur. Jeder ist zur gleichen Zeit Eins und Zwei und Drei. Sie leben in totalem Ebenbild auf derselben Ebene. Das ist eben ein Geheimnis des Glaubens, und Geheimnis heißt Licht, aber Licht in der Ferne, und manchmal in der Finsternis, um uns trotz allem auf unserm Weg ins Reich Gottes zu leiten.

Vergessen wir nicht : Ein Geheimnis ist nie „unerforschbar“ und sein Licht geht nie aus, dank dem Unternehmen und der Gegenwart des Heiligen Geistes inmitten des Geheimnisses der Heiligen Dreifaltigkeit !

Publié le 26 août 2014 par Jean-Pierre Frey