Es ging der Herr. Es kam der Geist.

Der Geist Gottes im Täglichen unseres Lebens.

Dieser Jesus von Nazareth, der Sohn des Zimmermanns und der Sohn Gottes, tauchte auf, wie es Markus schreibt in seinem Evangelium, als Johannes enthauptet wurde. Er war der neue Prophet und Er hat sie, die Jünger, berufen und um Sich geschart, wie so viele Propheten es taten im alten Bunde. Mit ihnen pilgerte Er drei Jahre lang von Dorf zu Dorf, von Siedlung zur Siedlung, um die dringende Nähe des Reiches Gottes zu verkünden und Er lebte meistens unter den Verstoßenen, den Zöllnern, den Dirnen und Unreinen. Ist Er doch gekommen um die Kranken und Verlassenen zu trösten und zu heilen, denn die brauchten Linderung und Trost in ihrem Leid.

Jerusalem hatte Ihn schon lange verstoßen als falschen Prophet und falschen Messias. Die Leute vom Tempel, Priester, Schriftgelehrte und Pharisäer haben Ihn stets verfolgt und ausgestoßen, bis sie es endlich fertig brachten Ihn zum Tode verurteilen zu lassen von Pilatus, dem Römer und Eroberer. Er wurde hingerichtet auf einem Kreuze wie jeder Missetäter des Reiches. Seine Leiche wurde in einem in den Felsen eingehauenem Grab geborgen. Alles schien verloren.

JPEG - 131.1 ko
Chapelle de Saint-Pierre. Plaque d’autel. L’Ascension.
Photo Marc Heilig

Und dann kam nach drei Tagen der erste leuchtende Donnerschlag des Geistes. Es war Ostermorgen und die Erde bebte für den, der es hören wollte. Alleluia ! Jesus lebt ! Vierzig Tage lang zeigte Er sich seinen Jüngern mal da und mal dort. Dann ging Er mit ihnen nach Bethanien, segnete sie, und nachdem Er sie ausgesandt hatte in alle Welt, verschwand Er in einer Wolke.

Sein Weg ging hier zu Ende. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, hat Er seinen Jüngern versprochen. Aber nun, wie soll es weiter gehen ? Die Jünger waren verwirrt und tauchten unter, in voller Angst, in einem Haus in Jerusalem, unter großer Geborgenheit ! Für sie war es ein zehn Tage langes stilles und tiefes Schweigen und Warten.

Und dann kam der große Schlag – Blitz und Donner, wie damals auf dem Berge Sinaï, der Jerusalem und seine Einwohner erschütterte. Und der die Jünger zusammenraffte und sie hinausposaunte, damit sie endlich Zeugnis ablegten vom Auferstandenen.

Gott ist und bleibt eben der „Größte“, der Herr über Leben und Tod, der Endsieger. Darum ist auch der Himmel ein freies Geschenk Gottes, durch das Kreuz seines Sohnes und die Barmherzigkeit des Vaters, erworben geworden !

Es gibt einen doppelten Weg um in der Nachahmung des Herrn zu leben. Erstens, sollst du in Verbindung bleiben in der Gemeinschaft mit den Andern als deinen Brüdern und Schwestern. Und die Sprache ist hier kein Hindernis solange sie von Frieden und Liebe spricht.

Und dann sollst du, als Jünger weiterleben in enger Begegnung mit dem Armen, den du kleiden sollst, mit dem Obdachlosen, den du aufnehmen wirst, mit dem Kranken, den du besuchst. Sind sie doch alle die Brüder des Herrn, nach Matthäus, Kapitel 25. Und so werden sie alle dich hinführen im Geiste und dich einführen in das Reich des Herrn.

Hier, in deinem tiefen Innern, über allem Schallen und Wallen, über allem weltlichen Lärm und Beben hinweg, liegt der Sieg des Geistes von Pfingsten, der uns, über alle Grenzen der Schüchternheit und der Gleichgültigkeit hinaus, immer wieder anspornt, unser Herz zu öffnen für all das Elend und Leiden der Welt.

„Was ihr dem Kleinsten meiner Brüder angetan habt, habt ihr Mir angetan“, schlicht und einfach, so wie es Papst Franz jeden Tag uns zur Lehre gibt im Geiste des Vaters und des Sohnes. Denn er will nicht Herr sein, sondern Diener. Da kannst du alle Strukturen erneuern und andere Einrichtungen einsetzen mit allen technischen Mitteln der Welt, da kannst du deinen Stab erneuern und die Mitarbeiter wechseln, wenn der Geist fehlt, wird es nie klappen. Und gerade das will unser Papst uns, den christlichen Gemeinschaften, beibringen – und zwar nach einem andern Geist zu leben und nach dem echten Geist des Evangeliums zu handeln… auch ein langer Weg !

Es ging der Herr. Es kam der Geist. Und Pfingsten will wieder einmal im Geiste Gottes unser tägliches Leben erneuern !

Publié le 26 août 2013 par Jean-Pierre Frey