Ostermorgen - ohne Sorgen !

Nicht wegen dem Osterei oder dem Osterhase !
Auch nicht wegen dem schmeckenden und süßen frisch gebackenen „Lämmlein“ !
Das echte Osterfest und Ostergeheimnis liegt auf einer viel tieferen Ebene und einem höherem Niveau.

Um dem auferstandenen Heiland wirklich zu begegnen, müssen wir nicht den schweren Stein des Grabes hinwegheben. Das war nämlich die große Sorge der zum Grabe pilgernden Frauen.

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Vitrail de la chapelle des Srs des Fontenelles (Doubs).
Photo Jean-Pierre Frey

Bei uns aber heute, genügt es wenn wir nur den Stein unsres Herzens hinweg nehmen : dort liegt Er nämlich begraben, der süße Heiland unserer Kindheit und unserer Christenlehre und daran hat sich nichts oder nicht vieles geändert seit Jahren ! Wir glauben, beten, feiern und denken immer noch wie wir es als Jugendliche oder Kinder taten, trotz Konzil und Franciscus dem Papst, der es angefangen hat anders zu beten und anders zu glauben und anders zu handeln in der Einfachheit und Demut eines echten Pilgers im Lichte des Evangeliums, weil er eben keinen Unterschied macht zwischen den Menschen, die zu ihm kommen in aller Einfachheit, obwohl sein Herz und Geist voller echten Sorgen sind, wegen all den heiklen Problemen unserer Welt… Und wir Christen „von unten“, wenn man so sagen darf, wir grübeln weiter und beklagen uns immer wieder heimlich, wie die ehrwürdigen Frauen am Ostermorgen : „Wer wälzt uns den Stein“ unserer Gegenwart und unserer Zukunft hinweg ? und gibt uns neues Licht und neue Kraft ? Aber solange wir unsere Hand nicht ans Rad legen, damit die Karre trotz allem weiterfährt, bleibt sie eben stehen !

Aber man darf nicht zu leicht zurückstehen und voller Bedrängnis sagen : „Da ist nichts mehr zu tun“ während andere im Rücken pfeifen : „Aber der Wagen, der rollt !“ Die Handvoll ehrwürdiger Frauen, am Ostermorgen, wanderten trotz allem voller Mut auf das Grab zu und so manche Christen heute stehen zurück und warten bekümmert ab auf eine bessere Zukunft, die nicht kommen wird, wenn wir nicht wirklich und persönlich die Sache in die Hand nehmen. Das nennt man : Zeugnis ablegen.

Das leere Grab ladet uns aber ein, mit vollem Verständnis und vollem Vertrauen über das Grab hinaus zu schauen und trotz allem an eine Zukunft zu glauben, weil eben der Held erweckt wurde vom Geiste des Vaters am Ostermorgen, um uns alle hinauszusenden, um der Welt einmal wieder eine echte gute Nachricht zu bringen : Er hat den Tod überwunden und uns allen den Sieg errungen und wird uns auch mal wieder mitreißen um in eine wirkliche bessere Zukunft hinein zu treten. Genau so ging es mit den enttäuschten und ängstlichen Jüngern am Ostermorgen. Keiner glaubte daran : 100 Jahre später gab es schon blühende Christengemeinden um das ganze Mittelmeer herum. Sie haben sich eben eingesetzt für das Werk des Herrn, wenn es auch Zeit brauchte. Hier liegt auch heute noch der „Drang nach Ostern“… Und der heißt, sich einsetzen dafür und Zeugnis ablegen. Und das war schon das Motto an jenem ersten Ostermorgen !

Publié le 7 avril 2014 par Jean-Pierre Frey