Pfingsten und einige Fragen

Kennst du den Gott, an Den man Fragen stellen kann ? Ja ! Der aber antwortet nur im Geiste seines Sohnes ?
So fing es an am Pfingstmorgen : das Brausen des Windes (pneuma), der Hauch Gottes (ruah), das Feuer des Geistes und der Sturm und Drang im Innern der Apostel.

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La Pentecôte représentée sur une icône

„Sie sind voll, des süßen Weines“ spotteten einige, und das auch konnte eine Erklärung sein. Haben sie die Flammen über ihren Köpfen nicht gesehen ?… und überhörten sie das Brausen des Windes ?… Aber der Stimme Petri sind sie nicht entgangen :
„Juden und alle Bewohner von Jerusalem ! Achtet auf meine Worte. Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint, sondern jetzt geschieht was durch den Propheten Joel gesagt worden ist [1].“
So steht es auch später in der Apostelgeschichte noch geschrieben : als der am Boden liegende Paulus total verblendet von dem strahlenden auferstandenen Heiland antwortete, so hörten seine Anhänger zwar die Stimmen des Zwiegesprächs, sahen aber den Heiland nicht… Und Paulus war blind, verblendet vom Auferstandenen.

Flammen, Brausen und Geist ist über jeden von uns herabgestiegen, ganz im Stillen, als das Wasser der Taufe über uns floss. Still und unsichtbar ging das zu. Man kann den Geist nur wahrnehmen und erkennen an den Taten jedes Getauften, sei es das Stöhnen des Neugeborenen ! Darum hat uns Jesus auch befohlen : „Geht hin und tut dasselbe !“ Nicht Stöhnen, sondern Taten !

Der Geist aber hat es nicht eilig. Er stieg über den Heiland herab während der Taufe im Jordan, aber erst nach dem Tode, ein paar Jahre später, holte Er Ihn aus dem Grabe heraus im Morgengrau : als strahlenden und glänzenden Messias und Menschensohn. Und der Geist hat es auch nicht eilig mit unserem eigenen Umschwung und unserer Bekehrung !

Vergessen wir nicht den Hauch des Geistes, der den Menschen Adam zum Ebenbild Gottes gemacht hat und der in uns weiterlebt und der den Namen trägt : „Geist Gottes“.

Und immer wieder kommen Fragen auf : ja wie und wieso ? Fragen ohne Ende.
Eines aber ist sicher : die schäbigen, beängstigten Jünger verwandelte Er in einem Nu, und machte aus ihnen kräftige Burschen, die sich getrauten an diesem Pfingstmorgen, im Dschungel der Menge, mitten im Rennen und Drang, vor den Menschen zu stehen und ihren Glauben an den Auferstandenen zu bekennen, durch Petri Stimme !

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La Pentecôte représentée sur une icône

Aber „bekennen“, was soll das schon bedeuten in der Moderne ? Der Sinn ist einfach : Wenn du nicht hingehst, wird niemand hingehen und wenn du nicht sprichst, wird niemand sprechen, dann werden sie weiterschlafen am Pfingstmorgen, alle die guten Gewissens sind, und die anderen werden weiter leben, und beängstigt sein, in ihrer Armut, ihrer Verlassenheit und ihrem Elend !

Pfingsten ist Geheimnis und Blitz zugleich ! Geheimnis des Geistes und Blitz von Petri plötzlichem Zeugnis vor der Menge. „Wo kommt das her ?“ sagen manche… Oder : „Sie sind voll des süßen Weines !“ meinen andere !
Wir aber nennen das : Glaube und Zeugnis des Glaubens, in dem und durch den heiligen Geist von Oben.

[1] Apostelgeschichte 2, 14-17.

Publié le 5 septembre 2012 par Jean-Pierre Frey