Weihnachten. Christus heute.

„Hodie“ hieß das einmal, und heute heißt es auch noch so, denn heute am Weihnachtsabend ist wieder einmal der Sohn des Vaters und Retter der Menschheit vom Schoß der Jungfrau geboren.
Aber wer ist eigentlich dieses obdachlose Kind, das hier zu Bethlehem in einem Stall geboren wurde, mitten in der kalten Nacht ? Er soll ein Sohn von königlicher Herkunft sein, sagt uns die Schrift.

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Crèche en lave de l’Etna.
Photo Marc Heilig

Der Matthäus, am Anfang seines Evangeliums, lässt eines, nämlich ein langes Band, vor unsern Augen aufrollen, mit meistens für uns unbekannten Namen von den verschiedenen königlichen Vorfahren dieses Kindes. Aber Matthäus will uns nur eines beweisen : dieses Kind hat nichts zu tun mit dieser Tafel, er ist kein König dieser Welt und kein König für diese Welt. Seine Krönung heißt das Kreuz und nicht der goldene Thron von Jerusalem. Um König der Welt und von allen Menschen zu werden, kann er sich nicht an eine königliche Familie binden. Kann er nur als einfacher Mensch unter einfachen Menschen geboren werden. Der Volksmund, wie man sagt, hat das schon ganz schön begriffen denn schon Jahre lang singt er in dieser heiligen Nacht voller Begeisterung :

„Bald wirst du groß, da fließt dein Blut von Golgotha herab…
Oh ! hab nur jetzt die Äuglein zu,
Denn du bedarfst der süßen Ruh.„

Und heute, ja immer wieder, kommt das Wort „hodie“ ins Spiel, heute sollen wir die Mithelfer sein an der Erlösung der „heutigen“ Welt. Und das begann schon damals mit den Hirten, die noch in jener Nacht hinauszogen, um das Heil zu verkünden für ihre Welt in Bethlehem… Aber für uns heute ist das ein Drama ! Was tun, um das Heil Gottes an die heutige Welt zu verkünden, in ihrer Völkerwanderung, ihrer Brutalität und ihren wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten ?

Da muß ich mich doch entschuldigen, um so eine harte Geschichte für so eine süße Festlichkeit anzubieten. Vergessen wir aber nicht, daß heute in dieser Nacht vom Schoß der jungfräulichen Mutter unser Retter geboren wurde, und wir sind seine ausgesandten Erben für die heutige Welt und um unsere Finsternis zu erhellen, ist auch für uns, ein Licht aufgegangen in jener heiligen Nacht.

Weihnachten ist und bleibt ein Fest der Freude, weil es trotz allem ein Fest der Hoffnung ist für alle und für jeden : Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind und daran glauben !

Publié le 16 janvier 2014 par Jean-Pierre Frey