Christus dem König… sei Ehre und Lob

Die große Festfeier am vorletzten Sonntag im liturgischen Jahr, also vor dem Fest von Allerheiligen vor dem Ersten Adventssonntag.

Christus der König... Der Heiland kam aber nicht um ein irdisches Königtum zu erobern und um sich einzunisten in einem Wunderpalast. Er wollte nicht König werden dieser Welt darum heißt auch sein Reich das „Reich Gottes“ oder „Reich des Himmels“ und nicht ein Reich dieser Erde, so wie es war mit dem Reich von David und der ganzen Zahl von Königen in Israel, die öfters wenig Glück hatten in ihrer irdischen Macht, weil sie zu weit von Gottes Segen lebten.

JPEG - 179.4 ko
Fenêtre de l’église de Lataha (Côte d’Ivoire)
Photo Jean-Pierre Frey

Darum beten wir nicht zu einem König sondern zu einem himmlischen Vater : dein Reich komme wie im Himmel so auch auf Erden. Ja, und so treten wir trotzdem in ein großes Geheimnis und auch ein großes Ereignis ein, das sich nur am Ende aller Zeiten enthüllen wird. So steht es auf jeden Fall ganz feierlich geschrieben im Buche der Geheimen Offenbarung und das ist das sogenannte Buch vom Ende der ganzen Welt : Dann ließ der siebte Engel die Trompete erschallen. Da erhoben sich im Himmel laute Stimmen. Sie riefen : „Jetzt gehört die Herrschaft über diese Welt endgültig unserem Herrn und seinem Christus. Er wird nun für immer ihr König sein [1].“

Natürlich soll sich all das erst am Ende des Endes ereignen und es wurde so wunderschön geschrieben in diesem Buch, um uns Mut und stete Hoffnung einzuflößen. Wir sind keine verlorene Menschen und wir sind keiner Angst um unser ewiges Leben ausgesetzt, sondern wir sind Söhne und Töchter des lebendigen Gottes, des Herrschers und des Schöpfers der Erde und des Weltalls. Und gerade trotz allem Lärm wenn die Stunde kommt, ist unser Gott ein einfacher und diskreter Gott, schlicht und eher zurückgezogen, weil er eben unser gütiger Vater ist und weil wir tiefes Vertrauen ohne Zweifel in ihn haben sollen, weil für uns das ewige Leben ein Geschenk Gottes an seine treuen Diener und Dienerinnen ist.

Um das wirklich zu verstehen, müssen wir uns stets erinnern an den feierlichen und „königlichen“ Einzug des Herrn in Jerusalem auf einem Esel sitzend, umgeben von dem einfachen Volk, das ihm seine Tücher zu Füßen legte… aber es war auch ein zerbrechliches Volk, das ihn später vor dem Pilatus verleugnen wird.

Darum hat er seinen eigenen Sohn ausgesandt, um uns zu beweisen, dass er als Gott unser „nächster Nächster“ ist und bleibt. Er geht mit uns an unserer Seite im täglichen Leben und teilt mit uns unser Freud oder Leid in gleichem Schritt und Tritt… ein Vater, der sich um jeden von uns kümmert, um uns in sein Reich hinzuführen, so wie wir täglich beten : dein Reich komme – dein Wille geschehe.

Aber dieses Reich kann nur kommen wenn wir es einleiten in unserem täglichen Leben, indem wir den Willen Gottes tun… und nicht da sitzen und abwarten bis Christus der König sich endlich feierlich sehen lässt unter schwerem Posaunenklang hoch auf einer Wolke sitzend, umgeben von der ganzen Himmelsschar… Solch ein König ist zu groß und zu hoch für uns und zu weit weg vom Kreuze auf dem Kalvarienberg, wo er sein Leben hingab nicht unter einer Königskrone sondern einer Dornenkrone, damit wir wieder zum Vater zurückkehren können.

Er, der für uns gebetet hatte : „Vater, ich will, daß alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin [2]“… ein schlichter, einfacher Königssohn und Gottessohn, der Mensch geworden ist… ihm sei Lob und Ehre von uns allen.

[1] Offb 11, 15.

[2] Johannes Evangelium 17, 24.

Publié le 4 octobre 2017 par Jean-Pierre Frey