Die heilige Nacht im Lichte des Straßburger Münsters

Die heilige Nacht im Lichte des Straßburger Münsters [1] und seiner Kirchenfenster in drei Bildern : die Krippe, die Mutter, die ihren göttlichen Sohn an ihrer Brust stillt, die Engel, die den Hirten die gute Nachricht der Geburt des Erlösers bringen.

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Die Krippe
Photo Bernard Eckert

Die Krippe mit ihren Insassen und ihre Botschaft
Das Kind liegt nicht mehr in der Krippe sondern ist in den Armen der Mutter, die ihn stillt, vielleicht zum ersten Mal. Die Krippe ist also leer, aber dargestellt wie ein Altar, gestützt auf Kirchenpfeiler und sie ist mit Heu gefüllt, an dem der Esel und der Ochs sich kräftig bewirten, denn das Heu der Krippe ist ja unnütz geworden. Das Kind liegt viel besser in den Armen der Mutter und dazu ist es noch gesegnet durch die Gegenwart des Sohnes Gottes.

Und der königliche Stern aus dem Morgenland ist auch schon da. Er ist der Stern der alle Völker der Welt zusammenschart und der auch die Drei Könige aus dem Morgenlande aus ihrer Heimat zur Krippe aufruft.

Und Joseph, der Nährvater und Beschützer, steht da zurückgezogen, in tiefen Gedanken versunken, seine Augen lieblich auf das Kind gerichtet. Denn bald kommt die Flucht nach Ägypten. Dann muss er den Sohn bewahren vor dem Zorne des Herodes.

Die zwei Propheten auf beiden Seiten des Bildes sind die Zeugen der Wurzeln des Kindes in der großen Vergangenheit Israels. Auf der linken Seite Jesaja, der Verkünder der Mutterschaft der Jungfrau [2]. „Der Herr selbst wird euch ein Zeichen geben. Seht die Jungfrau wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Emmanuel [3] geben“. Ezechiel sagt uns : „So spricht de Herr : Im Volke des neuen Bundes wird das Niedrige hoch empor gehoben und das Hohe wird erniedrigt [4] werden“.

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Die Mutter
Photo Bernard Eckert

Die Mutter
die ihren göttlichen Sohn an ihrer Brust stillt. Ein warmes und delikates und imposantes Bild der Mutterschaft Mariens.

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Die Botschaft der Engel
Photo Bernard Eckert

Die Botschaft der Engel in der finsteren Nacht
Eine sehr persönliche Auffassung… Hier sind keine Posaunen – und keine blitzenden Wolken - kein Leuchten oder Erleuchten des nächtlichen Himmels aber ein gemütliches menschliches Treffen zwischen guten Freunden, zwischen den Hirten und den Engel von oben nach unten. In den langen Nächten hatten die Hirten Zeit, den Sternehimmel in tiefer Stille anzusehen. Und hier hat der Künstler in einem einfachen Zwiegespräch, aber in einer großen Freude, das Treffen gestattet : Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind.

In diesem Bild wird etwas gezeigt, was überholt wird in dieser Nacht und zwar der Baum des Lebens, den man nicht mehr braucht : Jesus ist die Auferstehung und das Leben. Darum werden die Blätter des Baumes von dem Ziegenbock gierig verzehrt.

Wie immer wollen wir auch dieses Jahr in großer Freude und Einfachheit die Geburt unseres Erlösers feiern : „Frieden den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“.

[1] All diese Bilder stammen aus dem schönen Buch über das 1000 jährige Bestehen des Straßburger Münsters, herausgegeben von Éditions du Signe mit „Chanoine“ Eckert Bernard als talentvollem Photographen.

[2] Nach dem Buche Jesayas 7,14.

[3] Und das heißt : Gott mit uns.

[4] Aus dem Buche von Ezechiel dem Propheten 21, 31.

Publié le 4 janvier 2018 par Jean-Pierre Frey